Ihr selbst war die Bedeutung der Arbeitnehmervertretungen schon als Auszubildende bei der Deutschen Bahn bewusst. Dort lernte sie den Beruf der Reiseverkehrskauffrau und engagierte sich frühzeitig ehrenamtlich in der Gewerkschaftsjugend.
Nach einem gesellschaftspolitischen Studium zeigten sich der heute 29-Jährigen Wege auf, wie sie "ihr Hobby zum Beruf" machen konnte. Ein Traineeprogramm der IG Metall führte sie nach Wuppertal, bevor sie sich auf die in Remscheid ausgeschriebene Stelle der Jugendprojektsekretärin bewarb. Als solche berät sie nun junge Arbeitnehmer in Rechtsfragen, koordiniert die allgemeine Jugendarbeit der Gewerkschaft und treibt die Bildungsarbeit voran.
Gewerkschaften zu wenig bekannt
"In den allgemeinbildenden Schulen wird viel zu wenig über das Thema informiert - leider!", bedauert die Kölnerin. Viele Jugendliche wüssten überhaupt nicht, welche Aufgaben ein Betriebsrat oder eine Gewerkschaft haben. Hier möchte Manuela Conte gegensteuern und organisiert zum Beispiel die IG-Metall-Berufsschultour. Gleichermaßen ist eine engere Zusammenarbeit mit der Universität in Wuppertal geplant.
Wenn sie über ihre Aufgaben spricht, ist Manuela Conte konzentriert, sachlich und präzise. Angesprochen auf die Probleme, die Auszubildende, die "Generation Praktikum" oder junge Fachkräfte heute haben, wird sie lebhaft und leidenschaftlich: "Es ist verantwortungslos, wie sich manche Arbeitgeber verhalten", beklagt sie fehlende Übernahmemöglichkeiten nach der Ausbildung. Dies führe zu einer allgemeinen Perspektivlosigkeit der Jugend.
Auszubildenden und jungen Mitarbeitenden werde viel abverlangt. Oft müssten sie umziehen, um einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu erhalten - und hätten dennoch keinerlei Planungssicherheit. "Junge Leute stolpern vom Praktikum in einen befristeten Vertrag, von dort in die Leiharbeit, dann wieder in eine befristete Stelle und von dort vielleicht sogar in die Arbeitslosigkeit. Das macht krank", warnt Manuela Conte und fügt mit Blick auf die geschlossenen Tarifverträge energisch hinzu: "Wenn es uns nicht gäbe, wäre die Willkür noch viel größer."
So appelliert sie an die junge Arbeitnehmerschaft: "Leute, kommt zur Gewerkschaft und macht euch für eure Interessen stark. Wir können nicht von heute auf morgen die Welt verändern, aber dennoch Schritte in die richtige Richtung gehen", sagt Conte.
Zum Bezirk der Verwaltungsstelle Remscheid-Solingen der IG Metall gehören neben Remscheid und Solingen auch Radevormwald, Hückeswagen, Erkrath und Hilden. Als junge Mitglieder zählen Personen bis 35 Jahre. |